04.08.2017

Philipp Tolksdorf geht mit einem Stipendium an die Tennessee Tech (Foto: Stefan Stuhr)

Tolksdorf im Einsatz für Kiel (Foto: Anneke Swegat)

Philipp Tolksdorf mit Quarterback Jared Stegman (Foto: Mark Seefeldt)

Zum letzten Mal und als Elfter und Letzter wurde er vergangenen Samstag als Starting Left Tackle angekündigt (Foto: Marc Seefeldt)

Kiel, 04.08.2017 – Ein wenig wehmütig aber hauptsächlich voller Freude und Stolz verabschieden sich die Kiel Baltic Hurricanes in diesen Tagen von Offensive Lineman Philipp Tolksdorf. Der 21-Jährige, der seine zweite Saison in der GFL mit den Hurricanes spielt, erhielt ein Stipendium der Tennessee Technological University und wird mit dem im August beginnenden Herbstsemester sein Studium und das Footballtraining in Cookeville, Tennessee aufnehmen.

„Natürlich schmerzt es ein wenig, Philipp als Spieler und Teil unseres Teams zu verlieren, denn er hat sich in den eineinhalb Jahren bei uns stark entwickelt und ist eine Bank in der Offensive Line geworden“, so Hurricanes Geschäftsführer Gunnar Peter, „Aber primär freuen wir uns sehr mit ihm, dass sich sein Traum erfüllt und er diesen Schritt gehen kann. Weiterhin bin ich stolz, dass unser Trainerstab – insbesondere Offensive Line Coach Nick Wieland – Philipp in so kurzer Zeit auf diesen Leistungsstand bringen konnte.“

Bei der Erfüllung dieses Traums half auch Hurricanes Head Coach Marcus Herford maßgeblich mit. „Wir waren unter anderem auch mit der Baylor University in Kontakt. Von ihnen hörte Marcus Satterfield, der Head Coach der Tennessee Tech Golden Eagles, von Philipp und rief mich an, um mehr über ihn zu erfahren“, erzählt Herford die Entstehungsgeschichte. Danach ging alles sehr schnell und die Universität bot ihm ein vollständiges Stipendium zur Abdeckung der Studiengebühren an.

Tolksdorf kam zur Saison 2016 aus der fünften Liga von den Norderstedt Mustangs nach Kiel. Schnell wurde er zum Stammspieler und auch die Nationalmannschaft wurde auf den 1,96 Meter großen Lineman aufmerksam. So sollte er eigentlich mit Team Deutschland vor zwei Wochen bei den World Games antreten. Nachdem die Entscheidung in Tennessee in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gefallen war, fuhr er jedoch von Dresden zurück nach Hause und nicht mit dem Team nach Breslau, um jeglichem Verletzungsrisiko durch die hohe Turnierbelastung aus dem Weg zu gehen und schnell seine Abreise vorbereiten zu können. So war das Spiel gegen die New Yorker Lions am vergangenen Samstag für Philipp das letzte Spiel mit den Hurricanes und Marcus Herford ist sich sicher, dass Philipp sehr gute Chancen hat, demnächst nicht nur statt Grün Lila und Gold zu tragen, sondern auch der Starting Left Tackle der Golden Eagles zu werden.

Die Tennessee Tech Golden Eagles spielen in der Ohio Valley Conference der Division I. Das ist das untere der zwei Levels der höchsten College-Liga in den USA. Am 31. August beginnt für die Eagles die 96. Footballsaison im 16.500 Zuschauer fassenden Tucker Stadium in Cookeville, Tennessee.

Mit dem ehemaligen Hurricane Paul Häberlein wagt in diesen Tagen ein weiteres deutsches Footballtalent den Sprung über den Teich. Häberlein spielte 2015 und '16 in Kiel und ging im Winter zurück nach München, um sich auf seine Collegebewerbungen vorzubereiten. Nun startet er in Kürze sein College-Football-Abendteuer an der Lindenwood University in Belleville bei St. Louis. 

 

 

Kategorie: KBH 1, Topnews

Von: Bettina Büll

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