Kiel Baltic Hurricanes - The Greatest Show on Grass!

Deutscher Vizemeister 2008 + 2009

Was machen eigentlich die Wild Hurricanes?

Endlich Herbst und wir befanden uns in der Off-Season, wo ist eigentlich das Jahr geblieben? So viele Eindrücke: viel gelacht, vieles was nachdenklich macht, viel eingesteckt, ein paar Tränen, aber im Großen und Ganzen jede Menge Spaß gehabt und jede Menge dazugelernt. Wer ist eigentlich dieses Team, wer steckt dahinter und was tat sich 2005 bei den Wild Canes?

Hier nun alles der Reihe nach:

Die Hauptdarsteller sind ganz klar, die im Schnitt 40 Kids im Alter von 6 bis 15 Jahren, welche alle ganz besondere kleine Persönlichkeiten sind. Dann hätten wir da noch die Coaches: Hagen Petzold (The Bee), Morten Dunst (Mo), Ralf Petersen (Jason) u. Thomas Kumbier (Coach Boone). Dieses Headquarter hat das Team mit viel Herz, Fingerspitzengefühl u. Humor erfolgreich durchs Jahr geführt.

Angefangen hatte es mit dem Förde-Bowl der im Frühjahr ins Leben gerufen wurde. Der Einladung zu diesem Event folgten die Fire Flies aus Bremen, die Fighting Pirates aus Elmshorn und die Lübeck Cougars mit ihren Flagfootball-Jugendmannschaften. Unser Team wurde aufgeteilt in die Wild Canes (die „Großen“) u. die Youngsters liefen als Tornados auf. Das Turnier war ein voller Erfolg, die Großen sicherten sich den zweiten Platz u. die Tornados errangen den fünften Platz. Was aber am wichtigsten für alle war:
jede Mannschaft bekam einen Pokal und jeder Spieler erhielt eine Medaille die ihn an diesen Tag erinnern sollte.

Danach ging es ins Trainingslager nach Molfsee, wo das Team auf die Ligaspiele vorbereitet wurde. In 2 Tagen versuchten die Coaches das Team optimal vorzubereiten und zwischen Theorie u. Scrimmage gab es auch jede Menge Fun. Vor allem galt es aber für die Erwachsenen zwei Nächte auf einem Turnhallenfußboden unbeschadet zu überstehen (der Wunsch nach einem Bett kann manchmal übermächtig sein) und den Sack Flöhe zu hüten. So gestählt u. gestärkt starteten die Kids in die Saison.

Die erste Feuerprobe kam dann im April, wo die Tornados sich auf den Weg nach Bremen machten, um an einem Turnier teilzunehmen. Das Trainingslager schien umsonst gewesen zu sein, denn die Mannschaft spielte als wenn sie zum ersten Mal auf dem Feld stand. Die Coaches Thomas u. Hagen schafften es aber (wie wird hier nicht verraten!) das Team so zu motivieren, dass sie sich am Ende den dritten Platz sicherten. Die Kids waren zu Recht stolz auf sich u. die Coaches hatten ein paar graue Haare mehr – aber wen stört das schon .

Es fing der normale Spielbetrieb an. Wie man anhand der Tabelle auf unser Internetseite (www.baltic-hurricanes.de , hier dann unter dem Logo der Wild Hurricanes) sehen kann, waren wir letztes Jahr nicht unbedingt die Helden, aber die Jungs u. Mädels steigerten sich von Spiel zu Spiel. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie dieses Jahr so einige Gegner vom Platz fegen werden.
Wild Canes Warning!!! (O-Ton Coach Boone: „Wir kommen in die Play-Offs!“
WE ARE WATCHING YOU COACH!!!!)



Viel wichtiger sind dann solche Events wie Pfingsten (einige Leute können halt nicht ohne die Kids u. Football). Wir fuhren Samstag nach Hamburg, nahmen an einem kleinen Turnier teil, um uns dann hinterher anzusehen, wie es die Profis machen. Das Spiel von den Sea Devils war wirklich etwas besonderes, für alle die mitgefahren sind. Und der ein oder andere Teamcaptain stellte dann auch fest, dass Erwachsene manchmal wirklich peinlich sein können (Anmerkung Autor: Versteh ich nicht, wir hatten einfach nur unseren Spaß). Am Sonntag ging es dann raus nach
Alt Duvenstedt an den See zum Grillen. Wir hatten einen schönen Sonnentag erwischt und dem ein oder anderen steckte noch der Abend vom Vortag in den Knochen, wir waren schließlich erst morgens um eins zu Hause gewesen. Während die Eltern es sich gemütlich machten und die ersten Sonnenstrahlen genossen, lieferten die Kids sich „Seeschlachten“. Alles in allem war es ein super Tag, wobei Einige nicht mehr ganz so trocken nach Hause kamen, aber wir hatten mal wieder jede Menge Spaß (es gibt allerdings Coaches in diesem Team die sich diebisch über die Missgeschicke anderer freuen können).

Das Highlight des Jahres bleibt aber nach wie vor das Zelten am See. Hier heißt es dann für die Coaches u. einige mutige Eltern: wie überlebe ich diese drei Tage Anarchie? Dieser Event findet immer an einem Wochenende in den Sommerferien statt. Letztes Jahr war der Wettergott uns nicht ganz so gnädig, aber das kann harte Footballer nicht abschrecken. Zwischen Frondiensten, Raubtierfütterung u. unzähligen Badeeinlagen wurde wieder viel gelacht und der ein oder andere Streich ausgeheckt, wobei hier natürlich besonders gerne Coaches und Eltern als Ziel auserkoren sind (Vorsicht! Zelte können wie von selbst zusammenfallen!!!), aber solche Sachen machen es zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Es ging dann noch einmal ein Wochenende nach Bremen, wo wir einer Einladung der Fire Flies folgten, die sich damit für die tolle Betreuung beim Förde-Bowl bedankten. Erst haben wir uns das „Herrenspiel“ angesehen u. danach wurden Unmengen von Fleisch u. Würstchen gegrillt (Footballer haben immer Hunger). Nach einer lauschigen Nacht (nur für die Erwachsenen) an der Weser, bei Limettenkaltschale mit „Fischeis“ u. Flaschenposttiefflug, fand dann am nächsten Tag das Freundschaftsspiel statt. Hier staunten wir nicht schlecht, dass das Team nach einer „durchwanderten“ Nacht (unsere kleinen „Röhrenwürmer“ on tour) einen so grandiosen Sieg einfuhren: sie gewannen 21:7. Die Kids machten sich hinterher natürlich einen Spaß daraus, Coach Boone eine Dusche mit Selter zu verpassen, so wie man es schließlich bei den Profis gesehen hatte (das Leben kann ziemlich nass sein als Coach). Somit war es mal wieder ein äußerst gelungenes Wochenende.

Der krönende Abschluss der Saison war dann das berühmt berüchtigte Eltern-Kids-Spiel, welches wie immer am Tag des Sports stattfand. Dieses Mal war es gar nicht so schwer Eltern zu finden, die sich bereitwillig ihre Knochen lädieren ließen (wenn man lange genug redet klappt`s auch mit den Eltern!!!). 4 Wochen lang fand jeden Montagabend ein „geheimes“ Training statt, sehr zur Belustigung der Kids (inklusive Spionageangriffe derselbigen). Aber schon während des Trainings gab es immense Ausfälle wegen Verletzung (manche Herrenspieler kannten irgendwie nicht den Unterschied zwischen Miteinander u. Gegeneinander). Die Eltern bemühten sich wirklich ihr Bestes zu geben: Blondinen die nicht bis drei zählen können, Männer die sich darüber lustig machen, um es dann genauso zu versemmeln! Nach vier Wochen hartem Training (O-Ton: lass mal heute früher Schluss machen) liefen die Eltern dann unter dem klangvollen Namen „Broken Heroes“ aufs Feld. Die „Helden“ waren wirklich tapfer u. alles andere als „broken“, nach 3-stündigem harten Kampf (keiner der Eltern erlitt ernsthafte Verletzungen) trennte man sich mit einem Unentschieden und dem Versprechen an die Kids sie nächstes Jahr vom Platz zu fegen – vorher geht`s dann nämlich ins Trainingslager. Was für ein Spaß!!!!!

Zu guter Letzt hätten wir da noch das Training, welches zweimal die Woche auf dem „Norder“, bei Sonne sowie bei Regen, stattfand. Unnötig zu erwähnen, dass neben den „Units“ auch wieder viel Blödsinn gemacht wurde und wir manch seltsamen Zaungast hatten, z. B. den verkappten Oldie-Biker, einen abgerissenen Bauarbeiter, einen Regenmanteltragenden Cowboyverschnitt oder die dickliche Dame mit diesem aparten lila Hut. Komischerweise hatten diese Typen aber alle eines gemeinsam: sie hatten immer einen türkisfarbenen Teppich dabei, den sie ausbreiteten, auf die Knie fielen und etwas anbeteten – wie gesagt, manchmal kann einem selbst beim Training etwas Unglaubliches passieren.

Eines habe ich noch vergessen: nach jedem Event oder Spiel sind wir natürlich noch zu einem dieser berühmten Fastfoodketten gefahren, ein absolutes Muss und Meuterei vorprogrammiert, wenn man es nicht tut. Hier können Kids besonders peinlich sein, wenn sie Glasnudel- oder Erbsensuppe bestellen und die Angestellten somit in den Wahnsinn treiben. Ich glaube, die Firma und vor allen Dingen die Eltern waren froh, dass die Saison zu Ende war. Zumal der Geldbeutel mancher Eltern sehr gelitten hat (Kids können zu einer 7-köpfigen Raupe mutieren) und sie Burger u. Pommes einfach nicht mehr sehen konnten und sie außerdem zu ihrem Ärgernis festgestellt haben, dass es eindeutig zu viele von diesen Läden gibt.


Es gibt noch viele solcher Geschichten von den Wild Canes und das waren hier nur ein paar Eindrücke aus der Saison. Diese kleinen Geschichten, ob beim Training oder einem Event haben das Team zusammengeschweißt und es zu etwas ganz besonderem gemacht und jeder, vor allem aber die Kids, ob Coaches, Eltern u. Anverwandte haben ihren Teil dazu beigetragen. Was dieses Team aber ganz besonders auszeichnet, ist, dass es jeden (ob klein, groß, dick, dünn, schnell oder langsam) herzlich aufnimmt – keine Angst wir beißen keinen!! Bei uns kann jeder mitmachen (vor allen Dingen auch Mädchen) und wir freuen uns über jedes neue Gesicht. Im Moment haben wir ein arges Defizit in der Line und wir fragen uns wo die XXL-Kids abgeblieben sind (wir brauchen dringend Verstärkung!!!). Also, kommt vorbei, macht mit und seid mittendrin im Spaß des Lebens mit diesem tollen Team.


Susanne Gänssler

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